Herausforderungen für das Betriebliche Gesundheitsmanagement

Globalisierung und Strukturwandel der Wirtschaft in Richtung wissensintensive Dienstleistungen, demografischer Wandel, verändertes Krankheitspanorama und neue gesundheitsgefährdende Organisationskrankheiten sowie die notwendige Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme sind die zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Zu ihrer Bewältigung kann Betriebliches Gesundheitsmanagement einen wertvollen Beitrag leisten. Unternehmen, die hier zukünftig stärker investieren, fördern nicht nur die Gesundheit und Motivation ihrer Mitarbeiter, sondern verbessern auch ihre Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit und entlasten die sozialen Sicherungssysteme, wovon sie selbst wiederum in Form begrenzter Lohnnebenkosten profitieren.

Demografischer Wandel Strukturwandel der Wirtschaft Verbreitete Organisationskrankheiten Gesellschaftliche Verantwortung

Herausforderungen für das Betriebliche Gesundheitsmanagement

 

 

 

Demografischer Wandel

Die Altersstruktur der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland verändert sich: Bis 2020 wird jeder dritte Beschäftigte 50 Jahre und älter sein. Für die Unternehmensleitung ergibt sich daraus Handlungsbedarf in Richtung gesunde Arbeit in gesunden Organisationen, mit dem Ziel, die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig zu fördern und zu erhalten. Ältere Beschäftigte sind häufig zuverlässiger, qualitätsbewusster, sozial kompetenter und zudem wichtige Wissensträger. Alter erhöht nicht zwangsläufig das Krankheitsrisiko, sondern erst dann, wenn Investitionen in die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterlassen werden. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen ihren Beitrag leisten, um gesünder älter zu werden: durch eine gesunde Lebensweise und die aktive Mitgestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen.

In Deutschland steigt das Durchschnittsalter der Erwerbstätigen erheblich. Im Jahr 2020 wird jede dritte Arbeitskraft 50 Jahre und älter sein.

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Strukturwandel der Wirtschaft

Der Strukturwandel der Wirtschaft in Richtung wissensintensive Dienstleistungsberufe erzwingt eine Neubestimmung der für das Unternehmensergebnis bedeutsamen Größen. Nicht die physischen Produktionsfaktoren allein garantieren den Unternehmenserfolg, sondern so genannte "weiche" Faktoren wie Führung, Human- und Sozialkapital mit ihrem Einfluss auf Prozesse, Mitarbeiter und Kunden. Hier liegen beträchtliche Potenziale, die sich zu Standortvorteilen entwickeln lassen. Das Management der Mensch-Mensch-Schnittstelle erhält dadurch eine immer größere Bedeutung.

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Gesellschaftliche Verantwortung

Unternehmen, die Verantwortung gegenüber ihren Shareholdern und Kunden tragen, verhalten sich in der Regel auch gegenüber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie gegenüber dem gesellschaftlichen Umfeld verantwortungsvoll: in sozialer, ökologischer und volkswirtschaftlicher Hinsicht. Mit einem effizienten Betrieblichen Gesundheitsmanagement werden die sozialen Sicherungssysteme entlastet: durch Vermeidung von Kosten, bedingt durch Behandlung, Unfälle und Frühberentung. Eine dadurch bewirkte bessere Kontrolle der Lohnnebenkosten ist ebenfalls ein bedeutender Standortvorteil.

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Verbreitete Organisationskrankheiten

Globalisierung und Strukturwandel erhöhen in Verbindung mit Unternehmensverkäufen, Fusionen und permanenten Restrukturierungen Unsicherheit und Zeitdruck, Komplexität der Aufgaben und Verantwortung. Anhaltender Stress fördert die Entstehung chronischer Krankheiten. Aus arbeits- und gesundheitswissenschaftlicher Sicht wird insbesondere die Verhütung und Bekämpfung gesundheitsschädigender Organisationskrankheiten wie Mobbing, Burnout und innere Kündigung zu einer zentralen Herausforderung für die betriebliche Arbeits und Gesundheitspolitik. Ist das Betriebsklima gut, die Transparenz des Betriebsgeschehens hoch, bestehen ausreichende Beteiligungsmöglichkeiten und ein Vorrat an gemeinsamen Überzeugungen, Werten und Regeln, ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser oder ähnlicher Organisationskrankheiten gering. Mangelhafte Qualifikation, eine geringe Sinnhaftigkeit, Verstehbarkeit und Beeinflussbarkeit von Aufgabenstellungen, Arbeitsbedingungen und Entscheidungen erhöhen dagegen das Risiko für das Auftreten und die Verbreitung dieser Probleme. Als Folge davon nehmen Belastungen zu und erhöht sich das Risiko für Qualitätsmängel, gesundheitliche Beeinträchtigungen und krankheitsbedingte Fehlzeiten.

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Gesunde Arbeit in gesunden Organisationen lautet die Vision betrieblicher Gesundheitspolitik. Gesund sind Organisationen, "deren Kultur, Klima und Prozesse Bedingungen schaffen, die die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter ebenso fördern wie ihre Effizienz."

(US-National Institute for Occupational Safety and Health)